| 22. Juni 2006 GRIECHENLAND Randale bei Studenten-Demo 15.000 Studenten haben in Griechenland gegen die Pläne der Regierung demonstriert, private Unis zuzulassen. Die Märsche verliefen zunächst friedlich, doch in Athen lieferten sich Autonome Straßenschlachten mit der Polizei. Athen - Die Proteste gegen die Hochschulreformen in Griechenland dauern bereits seit gut einem Monat an und erreichten am Donnerstag einen neuen Höhepunkt mit Ausschreitungen in der Hauptstadt Athen und der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. Sie führten jetzt auch zu einem Verkehrschaos im ganzen Land, denn die Staatsbediensteten traten aus Solidarität mit den Studenten in den Streik, wie der staatliche Fernsehsender NET berichtete. Rund 50 Flüge mussten deshalb gestrichen werden, auch die U-Bahnen in Athen standen mangels Fahrer drei Stunden still. AP Molotow-Cocktail explodiert: Nicht alle demonstrierten friedlich Mit Parolen wie "Haltet die Unternehmen aus den Universitäten raus" und "Öffentliche und kostenlose Bildung für alle" zogen in Thessaloniki und Athen rund 15.000 Studenten auf die Straße. Die Demos verliefen zunächst friedlich, bis sich am frühen Abend knapp 150 Autonome in Athen eine Schlacht mit der Polizei lieferten. Sie warfen Molotow-Cocktails und Steine, die Beamten antworteten mit dem Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken. Neun Menschen wurden festgenommen. Ein Journalist musste nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit Schnittwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden, da er von einer Orange getroffen wurde, die mit Rasierklingen gespickt war. Die Proteste richten sich vor allem gegen Pläne der konservativen Regierung, private Universitäten zuzulassen und die Studiendauer zu begrenzen. Die Studenten fordern, dass der Staat die Zuschüsse für die Bildung von heute rund 3,5 Prozent auf fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erhöht. Sie halten daher seit Wochen fast alle griechischen Hochschulen besetzt. agö/dpa/AP/reuters |